Theater

Iphigenie auf Tauris

Schauspiel von Johann Wolfgang von Goethe

Goethe entnahm den Stoff für sein Schauspiel einer antiken Vorlage des Euripides, die im 18. Jahrhundert zahlreiche Bearbeiter in Literatur und Musik fand, darunter Schlegel, Scarlatti und Gluck. Er schloss die Arbeit nach mehreren Fassungen 1786 auf seiner Italienreise ab. Das 1800 in Wien uraufgeführte untragische Werk gilt als einer der Schlüsseltexte der deutschen Klassik und wird uns dargeboten vom artENSEMBLE THEATER Bochum, das zum ersten Mal die Bühne in Sögel bespielt.
 
     
   

„Beeindruckende Bühnenpräsenz. Den Sieg der Wahrheit und des Humanismus brachte das artENSEMBLE THEATER mit symbolisch verdichteter Requisite, emotionalen Monologen und mitreißenden Kontroversen gekonnt auf die Bühne. Inszenierung und Kostüm ließen durch zahlreiche Details immer neue Entdeckungen zu. Das direkte und intensive Spiel honorierten die Zuschauer mit viel Applaus.“
Kommentar: Die Ruhr Nachrichten, Bochum
 
     
Das Werk ist laut Goethe „reich an innerem Leben, aber arm an äußerem“, weshalb es auch als „Seelendrama“ gekennzeichnet wird. Iphigenie, Tochter des Agamemnon und der Klytemnestra und somit aus dem Geschlecht der Tantaliden, soll während Agamemnons Zug gegen Troja geopfert werden, um die Göttin Artemis zu besänftigen. Artemis rettet sie und entrückt sie zu den Taurern, wo sie in ihrem Tempel und vor ihrem Standbild als Priesterin dienen soll. Thoas, der König der Taurer, schenkt der Unbekannten das Leben und bricht dadurch mit dem Gesetz, jeden Fremden auf dem Altar der Artemis zu opfern. Diese Vorgeschichte wird im ersten Akt als bekannt vorausgesetzt. Schon im Eingangsmonolog wird Iphigenies Konflikt zwischen Pflicht und Neigung, zwischen dem Auftrag der Götter und ihrem Heimweh nach Griechenland deutlich. Verschärft wird er durch Thoas Absicht, sie zu heiraten. Durch ihre Weigerung verletzt, befiehlt Thoas den alten Brauch seines Landes wieder aufzunehmen und zwei junge Männer, die an der Küste gelandet sind, zu opfern. Es handelt sich um Orest und seinen Freund Pylades. Orest, der Bruder Iphigenies, hatte auf Ratschlag Apollos seine Mutter getötet. Er wird deshalb von den Erinnyen verfolgt und Erlösung ist ihm nur verheißen, wenn er das hölzerne Standbild der Artemis, Schwester des Apoll, nach Griechenland bringt. Die Befreiung von den Erinnyen vollzieht sich, indem er sich Iphigenie zu erkennen gibt und die Opferung durch seine Schwester als Ende des Fluchs, der auf dem Geschlecht der Tantaliden lastet, annimmt. Iphigenie ist zunächst bereit, mit Orest und Pylades unter Mitnahme des Standbildes der Diana heimlich von Tauris zu fliehen. Sie erkennt jedoch in diesem Handeln eine Fortsetzung der alten Kette von Betrug und Täuschung und offenbart sich schließlich Thoas. „Wenn ich mit Betrug und Raub beginne, wie will ich Segen bringen und wie will ich enden?“, sinnt Iphigenie und entscheidet sich für die bedingungslose Wahrheit. Nur so kann sie die Spirale aus Mord und Schuld lösen, für die die Geschichte des Tantalidengeschlechts den archetypischen Hintergrund bildet.
 

Wir wünschen einen genussvollen Theaterabend.

 

Termine

  • Am Samstag, 24.04.2021 um 19:30 Uhr (Aula des Hümmling-Gymnasiums)

Eintrittspreise

Kategorie: Theater

Karte fürPreis
Mitglieder12,00 €
Nichtmitglieder15,00 €
Schüler / Studenten8,00 €