Abo Allerhand!

Zweifel

 
Schauspiel von John Patrick Shanley - Deutsch von Daniel Call
Eine Produktion des Fritz Rémond Theaters Frankfurt
 
 
 
 
     
   

„Einen hochemotionalen Abend bietet jetzt das Frankfurter Fritz Rémond Theater. Nahtlos wird der Besucher vermutlich, nein garantiert
in Privatdiskussionen übergehen. Das Theater hat einen Lauf, was die Auswahl und die Durchführung betreffen. […] hier getragen von einem vorzüglichen Ensemble unter der Regie von Peter Kühn.“
Frankfurter Rundschau, 30.3.2019
 
„In Zeiten von “MeToo” und Missbrauchsskandalen in der Kirche, ist klar: Wegsehen ist der falsche Weg, unüberlegtes Denunzieren aber auch. Das von Peter Kühn kammerspielartig und bis zum Bühnenbild schnörkellos inszenierte Stück macht deutlich: So schwarz-weiß, wie Schwester Aloysius die Welt sieht, ist sie nicht.“
Offenbach Post, 2.4.2019
 
     
Schwester Aloysius leitet despotisch eine kirchliche Schule, an der der sympathische und beliebte Pater Flynn als Lehrer arbeitet. Mit seinen modernen Ansichten ist er der Schulleiterin ein Dorn im Auge. Als die junge und naive Schwester James, die ebenfalls dort unterrichtet, ihr von Flynns freundschaftlichem Umgang mit dem farbigen Schüler Donald Muller berichtet, ist ihr Misstrauen geweckt. Obwohl ihr Beweise fehlen, bezichtigt Schwester Aloysius Pater Flynn des Missbrauchs. Er streitet alles ab, sie sucht obsessiv nach Hinweisen. Zwischen beiden hin- und hergerissen, befindet sich die leicht zu verunsichernde Schwester James, die nach und nach zum Spielball in einem erbitterten Kampf um die „Wahrheit“ wird. „Doubt“ (so der Originaltitel) feierte im Jahr 2005 sensationelle Erfolge am Broadway und wurde 2008 unter dem Titel „Glaubensfrage“ für die Kinoleinwand verfilmt. Das Stück erhielt neben zahllosen weiteren Auszeichnungen 2005 den renommierten Pulitzer Preis und den Tony Award für das beste Theaterstück. „Zweifel“ ist ein Stück von heute. Es ist ein Stück über Rassenproblematik und Bildungsmisere, über Gleichberechtigung und den Kampf der Geschlechter. Es ist ein Stück über Homosexualität und Homophobie. Über den Missbrauch Schutzbefohlener, über Misstrauen und blindes Vertrauen. Ganz sicher ein Stück über die Kirche und auch über die Welt nach dem 11. September. Die geradezu inquisitorische Art und Weise, mit der Schwester Aloysius ihren einmal geschöpften, äußerst vagen Verdacht verfolgt, ihn schließlich „bestätigt“ sieht und in Konsequenzen münden lässt, erinnert auch an den Verlust bürgerlicher Freiheiten und rechtsstaatlicher Garantien im vergeblichen Kampf gegen den Terror. In jedem Fall hat John Patrick Shanley mit seinen Fragen über den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung ein intelligentes und provokantes Stück vorgelegt.
 
Neben Diana Körner als Schwester Aloysius sehen wir Dieter Gering als Pater Flynn, Dalia Abdallah als Mrs. Muller und Magdalena Maria Ottl als Schwester James. John Patrick Shanley (geb. 1950) ist ein us-amerikanischer Theater- und Drehbuchautor, Theater- und Filmregisseur. Er wurde in einer privaten katholischen Schule von Mitgliedern der christlichen Orden „Christian Brothers“ und „Sisters of Charity“ unterrichtet und absolvierte später die New York University.
 
 
 

Termine

  • Am Samstag, 13.03.2021 um 19:30 Uhr (Aula des Hümmling-Gymnasiums)

Eintrittspreise

Kategorie: Abo Allerhand!

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