Theater

Die Räuber

Schauspiel von Friedrich Schiller


Der Kulturkreis eröffnet die neue Theatersaison mit einem Bühnenklassiker, inszeniert vom „Neues Globe Theater“ aus Potsdam, das in Sögel bereits in zahlreichen Aufführungen – meist von Shakespeare Stücken – das Publikum begeistert hat.
 
 
Franz Moor, zweitgeborener Sohn des Grafen Maximilian von Moor, hasst den älteren Bruder Karl. Er neidet ihm das Erbe, das dem Erstgeborenen zusteht, neidet ihm seine Braut Amalia, ebenso die Liebe des Vaters, der alles verzeiht, auch dass Karl an seinem Studienort über die Stränge schlägt. Franz, der alles entbehrt, will Herr sein. Und es gelingt ihm, das Band zwischen Vater und Karl zu zerschneiden, indem er eine Intrige ins Werk setzt, mit der das Stück beginnt. Er unterschlägt einen Brief seines Bruders und ersetzt ihn durch einen schriftlichen Bericht eines Gewährsmannes, wonach der genialische ältere Bruder zu einem steckbrieflich gesuchten Räuber verkommen sei. Wahr ist, dass Karl nach stürmischen, von Schulden und provozierenden Streichen gezeichneten Studienjahren in Leipzig einen Brief an den Vater geschrieben hat, worin er sein Elend und seine Reue bekennt. Der Vater zieht die Täuschung nicht in Zweifel und überlässt die Antwort an Karl dessen Bruder. Die vermeintlich väterliche Zurückweisung bewirkt, dass Karl sich zu seinem Dasein als Räuberhauptmann bekennt, was die Absage an die bürgerliche Welt bedeutet. Mit seiner Bande tritt er in den böhmischen Wäldern als Rächer und Retter der Unterdrückten auf. Nach 18 Jahren im Untergrund kehrt Karl nach Hause zurück – inkognito. Er sucht den Weg zurück in seine Unschuld, in die Zeit, als er noch „ganz war, so wolkenlos heiter“. Doch die Katastrophe nimmt ihren Lauf…
 
Wir erleben Outlaws, die bis in die letzte Konsequenz hinein alles um sich herum in ihren eigenen Abgrund ziehen und selbst verglühen. Zentrales Motiv ist der Konflikt zwischen Verstand und Gefühl und dessen Verhältnis zu Gerechtigkeit, Gesetz, Moral und persönlicher Freiheit.
 
Sebastian Bischoff gibt den Franz Moor, Kai Frederic Strickel den Karl, Andreas Erfurth führt Regie, für die er von den Kritikern großes Lob erfährt. Anders als bei Schiller kommt es in der Inszenierung zu einer kurzen Begegnung von Karl und Franz – beide gescheitert und am Ende. Die Sprache bleibt allerdings original Schiller, der als Sturm und Drang-Dichter immerhin sehr modern, umgangssprachlich und in Prosa anstatt in starren Versen schrieb – kein Problem für das heutige Publikum.
 
 

Termine

  • Am Samstag, 26.09.2020 um 19:30 Uhr (Aula des Hümmling-Gymnasiums)

Eintrittspreise

Kategorie: Theater

Karte fürPreis
Mitglieder17,00 €
Nichtmitglieder20,00 €
Schüler / Studenten8,00 €